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Literatur

Der Patriarch ist tot
Der Patriarch ist tot

Alice Ceresa, Marie Glassl (Hg.)

Der Tod des Vaters

»Wir wissen sehr wenig über die Familie, darüber, was sie ist, was sie sein sollte, was sie sein könnte. Aber wir können klar sehen, warum sie ist, wie sie ist. Paradoxerweise können wir heute höchstens eines mit Sicherheit sagen: Wenn die Familie Gefahr läuft zusammenzubrechen, wenn sie nicht länger auf der wirtschaftlichen und psychologischen Unterwerfung der Frauen als Mütter und brave Arbeiterinnen beruhen kann, dann muss dies eines von zwei Dingen bedeuten: Entweder ist die Mutter, die Ehefrau und geduldige...
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Aktuelle Texte

Ann Cotten

Das Schöne, Mensch, ist das nicht objektiv?

— Inwiefern bist du Kommunistin – da wir das definieren ­müssen: jemand, die überzeugt ist, dass eine von Grund auf andere Orga­nisationsform des gemeinschaftlichen Lebens den Menschen gut­tun würde, –

— Moment, ist das nicht auch ein Monarchist oder ein Sektenführer?

— Mit Fokus auf Gerechtigkeit.

— Aber die Leute sollen anders sein, ja?

— Total anders.

— Bist du nicht einfach Misanthropin?

 

––––––––––––––––––––––

 

— Nein, weil es gibt Leute, die ich sehr mag, und ich verstehe deswegen nicht, warum die meisten so dumm, oarsch und nervig sind.

— Die meisten Leute stört das nicht so sehr wie dich, wie die anderen sind.

— Ach ja? In meiner Beobachtung stört die meisten Leute alles, was anders ist als sie. Deswegen braucht es Regeln, wie man sich anständig verhält gegenüber Leuten, die man zum Großteil nicht mag.

— Du hast gerade sehr gelitten in einem Zugabteil mit zwei jungen Großmüttern, die miteinander ins Gespräch gekommen sind, während du »arbeiten« wolltest. Und...

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  • Kommunismus

 

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Jochen Thermann

Ich hätte ihn nicht einstellen dürfen

Ich hätte ihn nicht einstellen dürfen. Dabei schien er geeignet, meinen regulären Koch zu vertreten. Schneider hatte sich krankgemeldet, und da es eine langwierige Geschichte zu werden drohte, hatte ich den stämmigen kleinen Mann, der nur gebrochen deutsch sprach, ohne viel Aufhebens eingestellt. Das Geschäft musste schließlich weitergehen, die Gäste waren hungrig.

Oft werden einem ja die komplizierten Beziehungen, die man unterhält und die von einem schwer entzifferbaren Codex begleitet werden, gar nicht klar. Erst wenn die Dinge aus dem Ruder laufen, erkennt man, wie gut zuvor die selbstregulativen Mechanismen griffen: wie Schneider seine Einkäufe organisierte, wie er seine Gehilfen anwies, seine Zutaten komponierte und wie treu er selbst daran interessiert war, das Geschäft voranzutreiben.

Der Aushilfskoch arbeitete vordergründig genauso. Er kaufte selbst ein. Er kochte ganz ausgezeichnet, und man lobte mich sehr für die überraschenden Geschmäcker, die der Hilfskoch Waldemar auf der Zunge meiner Gäste zum Vorschein brachte. Waldemar hatte eine...

 

“Obsessed with buffering”
“Obsessed with buffering”

Tom McCarthy

Recessional—Or, the Time of the Hammer

Towards the end of Thomas Pynchon’s mammoth 1973 novel Gravity’s Rainbow, the stumbling ingénue of a hero Tyrone Slothrop sets off on a commando raid. The territory he and his cohorts move through is a giant ­metropolis, a “factory-state” in which capital, technology and power, perfectly co-calibrated, send airships drifting through urban canyons, past chrome caryatids and roof-gardens on skyscrapers that themselves shoot up and down on ­elevator-cables: a conurbation ­Pynchon calls the “City of the Future” or “Raketen-Stadt.” The...
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Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?

Alexander García Düttmann

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